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Kritik

Kritische Rückfragen an die Literaturkartographie – und Antworten 

Hinweis: Die vollständigen Argumente mitsamt zahlreichen Belegstellen sind in Barbara Piattis Aufsatz Mit Karten lesen. Plädoyer für eine visualisierte Geographie der Literatur (2012) zu finden.

Einleitung
Wer literarische Räume in Karten umzusetzen versucht, macht sich angreifbar. Die Skepsis gegenüber literaturkartographischen Methoden wird an manchen Stellen unverhohlen geäussert, so dass sich die Literaturkartographie – vor allem jene jüngeren Datums – oft bewähren und behaupten muss.
Im Folgenden sollen deshalb eine Reihe von Kritikpunkten offensiv kommentiert werden. Mit diesen (teils stereotypen) Nachfragen sind wir im Laufe der ersten Projektphase, zwischen 2006 und 2009, im Rahmen von Vorträgen und Präsentationen immer wieder konfrontiert worden. Dabei ist auffallend, dass sich die geäusserte Kritik problemlos in ein paar Hauptbereiche gliedern lässt. Zur Verdeutlichung ist jeder Bereich mit einer von uns formulierten, plakativen Überschrift versehen worden, die den Kern des jeweiligen Problemfeldes enthält.

„Die kartographische Visualisierung von Bezügen zwischen literarisch gestalteten Räumen und dem Georaum ist grundsätzlich unzulässig – das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“

Die Prämisse, der man sich im Gebiet der Literaturkartographie unweigerlich unterstellt, lautet: Es gibt Berührungspunkte zwischen fiktionaler und realer Geographie. Literaturkartographie geht davon aus, muss davon ausgehen, dass eine referentielle Beziehung zwischen inner- und ausserliterarischer Welt besteht – in Abgrenzung zu Ansätzen, die solche wie auch immer gearteten Referenzen schlicht in Abrede stellen.[1] Gewisse Bereiche der Literaturgeographie, ganz bestimmt aber die Literaturkartographie, nehmen mögliche Bezüge zwischen Text und Welt ernst. Und dafür gibt es mehrere gute Gründe.
Erstens: Zahlreiche Autorinnen und Autoren  legen in ihren Texten selbst dazu das Fundament. Schreibende fühlen sich zu Orten und Landschaften hingezogen oder sind in ihnen von Kindheit an verwurzelt und machen sie zu Schauplätzen und Handlungsräumen ihrer Geschichten – während Lesende in der Folge Autorinnen und Autoren mit bestimmten Regionen, Landstrichen und Metropolen in unauflöslicher Verbindung sehen: Wordsworth und der Lake District, Dickens und London, Balzac und Paris, Storm und Nordfriesland, die Brontës und Yorkshire, Jeremias Gotthelf und das Emmental, Turgenjew und die weiten Ebenen Russlands, Faulkner und Amerikas Süden, Steinbeck und Kalifornien. Das soll nun keineswegs heissen, dass es nicht auch literarische Werke gibt, die sich jeglichem Kartierungsversuch zum vornherein entziehen, und das zu Recht – dann sollte man auf diese sinnvollerweise auch verzichten (wobei oft erst der Versuch die Schwierig-, bis Unmöglichkeit der Visualisierung erweist). Ausserordentlich hilfreich ist in diesem Zusammenhang Robert Stockhammers kluge Unterscheidung in „kartierbare“ und „nicht-kartierbare“ Literatur.[2] Literaturkartographie befasst sich also bloss mit einem für ihre Methoden geeigneten Teilbereich, jenem der kartierbaren Literatur.
Zweitens: Auch der Literaturwissenschaft und -kritik ist diese Bezugnahme keineswegs fremd (selbst wenn sie zuweilen etwas anderes behauptet).
Weiter achte man nur auf aktuelle Rezensionen zur Gegenwartsliteratur in einschlägigen Zeitungen und Journalen: Ist ein Schauplatz benennbar, wird er unweigerlich benannt; ist das nicht der Fall, wird mit ebensolcher Sicherheit darauf hingewiesen, dass eine Lokalisierung des Geschehens nicht möglich sei. Es entspricht offenbar nicht unserer Leseerfahrung, nicht unserem Lesebedürfnis, Fiktionen ohne jeglichen Bezug zur Wirklichkeit zu betrachten. Wo ein solcher Bezug möglich ist (das belegen die Beispiele, von denen es Tausende gäbe), stellen wir ihn in der Regel auch her – als Lesende, ob wir uns nun als Literaturwissenschaftler, -kritiker oder einfach als literaturinteressierte Laien verstehen. Und genau das ist auch der Ausgangspunkt einer Theorie und Praxis der Literaturgeographie und damit auch der Literaturkartographie.
Mit anderen Worten: Literaturkartographie tut explizit nur das, was ohnehin im Produktions- und Rezeptionsprozess laufend stattfindet. Sie systematisiert diese Bezüge, macht sie für Interpretationen – darunter recht neuartige – fruchtbar. Im Geschäft der Interpretation literarischer Texte ist schliesslich alles erlaubt, was zur Erhellung der literarischen Werke selbst beiträgt. Man muss nur sehr genau wissen, was man tut und sagen, dass man es tut.  


„Literaturgeographische Karten reduzieren komplexe literarische Inhalte.“

Literaturkartographie konzentriert sich auf die geographisch-topographische Dimension literarischer Texte, sie isoliert diesbezügliche Parameter, wodurch die Gesamt-Komplexität eines Textes natürlich massiv reduziert wird. Das soll überhaupt nicht in Abrede gestellt werden. Aber tut das nicht jede Methode? Es gehört zu den Grundeigenschaften hermeneutischen Denkens, dass auf gewisse Aspekte fokussiert wird, während andere buchstäblich unscharf oder sogar ausgeblendet werden.
Dass gerade Karten die Komplexität der jeweils dargestellen Realität/Thematik immer reduzieren, dass sie, zugespitzt, „lügen“, ist längst erkannt worden und muss natürlich auch in einem literaturkartographischen Konzept berücksichtigt werden: „Not only is it easy to lie with maps, it’s essential… [because] [t]o avoid hiding critical information in a fog of detail, the map must offer a selective, incomplete view of reality.“[7]
Einleuchtend ist in diesem Zusammenhang das Merkbild des Trichters: Im Rahmen der Literaturkartographie wird ein erzählender Text auf seine räumlichen Komponenten reduziert, diese werden durch den Prozess literaturkartographischer Methoden als Kartenbild visualisiert, dann – beim Betrachten der Karte – wieder mit Mehrschichtigkeit versehen, im Modus des Kommentars: Es ist eine Tatsache, dass jede literaturgeographische Lektüre „qua Karte komplementär der dichten Beschreibung des jeweiligen Einzeltextes (einschließlich der nicht-visualisierbaren Bestandteile seiner Textur) bedarf.“[8] Keine literaturgeographisch noch so komplexe Karte wird je eine Textinterpretation ersetzen können (ebenso wenig wie dies eine Zusammenfassung oder ein Schema von z. B. erzählter Zeit und Erzählzeit leisten können). Aber sie kann stimulieren und ergänzen. Und in dieser Funktion darf sie durchaus auch skizzenhaft, vorläufig und lückenhaft sein, denn sie ist weder ein Stellvertreter des Textes noch von dessen Interpretationen.  


„Literaturgeographische Karten zeigen mehr, als im Text erwähnt ist – ein missverständlicher Raumeindruck wird suggeriert.“

Wer immer sich schon einmal praktisch mit dem Kartieren von Literatur befasst hat, weiss, dass er oder sie sich einer komplexen Aufgabe gegenüber sieht: Literarische Räume sind lückenhaft, ohne fixe Grenzen, häufig schwierig zu lokalisieren. Diesen und anderen genuinen Eigengesetzlichkeiten fiktionaler Räume muss eine avancierte Literaturkartographie unbedingt Rechnung tragen oder sie zumindest reflektieren.
Ein berechtigter Grundeinwand ist, dass die literaturkartographischen Produkte viel mehr visualisieren als im Text selbst zu finden ist. Die Umsetzung des Textraums in eine flächige Projektion, u.a. durch den Einbezug bestehender Karten als Hintergrund kann trügerisch sein: Man sieht mit einem Mal mehr, als der Text suggeriert, denn die Literatur kennt – im Gegensatz zur Karte – „echte leere Räume: Der literarische Raum hat keine durchgehende Kontinuität – was immer wieder übersehen wurde [...]“.[9] Diese Lückenhaftigkeit wird bis zu einem gewissen Grad überspielt, denn auf jeder Hintergrundkarte sind extratextuelle Informationen erhalten. Und manchmal sogar die falschen: Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass sich die hier besprochene literaturkartographische Praxis immer auf einen geographischen Realraum bezieht. Damit – und dieser Vorwurf ist berechtigt – suggeriert man oft etwas zumindest Missverständliches. Ein grosses, ungelöstes Problem besteht nämlich darin, dass auch die georäumlichen Bezugspunkte nicht stabil, sondern historischen Veränderungen unterworfen sind – in urbanen Gebieten sehr viel stärker als im ländlichen Raum.[10] Zum Beispiel liegen gewisse Handlungsräume im Umfeld städtischer Zentren im 19. Jahrhundert natürlich noch im Grünen, draussen vor den Stadttoren, während sie auf einer aktuellen Karte inmitten der inzwischen gewachsenen Stadt eingezeichnet werden müssten.
Auch die für Europa so dominante Thematik der sich historisch wandelnden und wandernden politischen Grenzen (z.B. durch den Zerfall des Habsburgerreiches oder in der Folge der Öffnung des Eisernen Vorhangs) müsste in künftige literaturkartographische Visualisierungskonzepte einfliessen.
Lösungswege können an dieser Stelle bloss angedacht werden: Zunächst liegt eine Voraussetzung in einem gewissen Grundverständnis für die Funktionsweise von Karten: Dazu gehört etwa die Einsicht, dass die Hintergrundkarte als Orientierungshilfe und Referenzrahmen fungiert und entsprechend nicht in allen Teilen dem literarischen Handlungsraum angehört. Sehr aufwendig, aber prinzipiell machbar wären Funktionen, die dieses Grundverständnis unterstützen, indem sie etwa Ebenen ein- und ausschalten können, so dass je nach Bedarf tatsächlich nur die Symbolebene der Schauplätze zu sehen ist, im leeren Raum. Auch eine dynamische Hintergrundkarte, welche die genannten historischen Änderungen im Georaum gleichfalls visualisieren würde (etwa das Wachstum einer Stadt), wäre als Fernziel zu benennen.


„Literaturkartographische Karten zeigen bloss redundante Informationen. Ihr inhaltlicher Mehrwert ist fraglich.“

Häufig ist zu hören, dass literaturgeographische Karten bloss offensichtliche  Erkenntnisse abbilden. Das mag in einigen Fällen so sein, aber wenn dem so ist, dann handelt es sich um schlechte literaturgeographische Karten. Mit Franco Moretti, dem Gründungsvater einer neuen Literaturgeographie, wäre daher die Frage an jede entstehende Karte zu richten ist: „[W]hat exactly do they do? What do they do that cannot be done with words, that is; because, if it can be done with words, then maps are superfluous.“[11]
Der Prototyp von „Ein literarischer Atlas Europas“ arbeitet mit einem bereits sehr differenzierten Begriffs- und Kategoriensystem. Er führt zum Beispiel Werte wie präzise, zonale und unbestimmte Lokalisierung ein, er geht auf den Grad der Referenzhaltigkeit ein (wie bezieht sich der Textraum auf den Georaum) sowie auf die verschiedenen Funktionen räumlicher Elemente, die als Gesamtheit den jeweiligen Handlungsraum konstituieren: Handelt es sich um einen Schauplatz, um einen projizierten Raum, um einen Figurenweg oder um einen blossen topographischen Marker? Auf den Einzeltextkarten ist demzufolge eine Fülle von Informationen kompakt ablesbar: Nebst den oben erwähnten Parametern ist z.B. der geographische Radius eines Textes zu sehen: Spielt sich alles in einem geschlossenen Mikrokosmos ab oder sind die Schauplätze verteilt in Europa, ja vielleicht sogar global?
Die Stärke dieses literaturkartographischen Ansatzes zeigt sich vor allem im Vergleich: Interessant wird es, wenn mehrere dieser Einzeltextkarten nebeneinander gestellt werden, um zu sehen, wie verschiedene Texte ein- und demselben georäumlichen Ausschnitt fiktional transformieren.  


„Literaturkartographische Darstellungen basieren auf individuellen Lektüren, ein intersubjektives System ist nicht denkbar.”

Dieser Einwand bezieht sich explizit auf Formen einer datenbankgestützten Literaturkartographie, die statistische Abfragen ermöglichen soll: Wie verändert sich ein dicht mit Fiktionen besetzter Raumausschnitt über die Jahrhunderte? Welche Tendenzen lassen sich ausmachen?
Für den „Literarischen Atlas Europas“ wird eine Datenbank mit literaturwissenschaftlichen (formalisierten) Textinterpretationen gespeist. Bei der Auswertung der literarischen Werke kommt es unweigerlich zu einer Vermengung von Informationstypen: Die gesuchten Angaben liegen teils direkt auf der Textoberfläche (z.B. die explizit eingesetzten Toponyme wie Städtenamen), teils sind sie erst durch Akte der Interpretation zugänglich. Ob ein Schauplatz zum Beispiel transformiert oder umbenannt wurde, ist ein Resultat, das sich oft erst im Laufe einer eingehenden Textinterpretation herauskristallisieren lässt. Eine literarische Technik wie die indirekte Referentialisierung fällt z. B. in diese Rubrik. In Thomas Manns Buddenbrooks ist an keiner Stelle explizit von „Lübeck“ die Rede, dennoch ist der Schauplatz eindeutig identifizierbar, u.a. durch die Schilderung des charakteristischen Stadtbildes sowie durch die Benennung des benachbarten Travemünde.
Es versteht sich von selbst, dass solche komplexen Interpretationen von individuellen Gesichtspunkten abhängig sind: “[T]he analysis of literature is traditionally seen as a subjective procedure. Objectivity, based on empirical evidence, does not seem to figure prominently in studies that elucidate meaning from literary texts.”[12] Solche Auslegungen können durch eine andere Interpretation widerlegt oder zumindest angefochten werden. Doch die Literaturkartographie steht mit diesem Problem nicht alleine da. Unsicherheiten bei der Datenerhebung sind ein längst identifiziertes Problem: In der Encyclopedia of GIS beschreibt Goodchild die Problematik in der Erfassung vor allem räumlicher Daten als „the difference between the contents of a spatial database and the corresponding phenomena in the real world. [...] Many spatial databases are based on definitions of terms, classes, and values that are vague, such that two observers may interpret them in different ways.“[13]
Die derzeit praktikable Lösung: Das System muss klar erkennen lassen, was direkt dem Text entnommen ist und was basierend auf interpretatorischen Überlegungen Eingang in die Datenbank gefunden hat. Zugleich soll es – was bei einem datenbankgestützten Ansatz ein Leichtes ist – offen sein für Ergänzungen und Korrekturen bzw. für das Nebeinander konkurrierender Interpretationen.

„Bei den statistischen Kartenbildern ist Vollständigkeit der ausgewählten Primärliteratur nicht gewährleistet“

Ganz neue Möglichkeiten bei der Konzeption einer räumlich organisierten Literaturgeschichte eröffnen insbesondere die statistischen Karten: Literaturgeographische Methoden erlauben detaillierte Analysen von fiktional besetzten Räumen durch die Jahrhunderte und eröffnen damit der Literaturgeschichtsschreibung neue Fragehorizonte: Wie hoch ist die Dichte der in einem Raum angesiedelten fiktionalen Handlungen? Wann schrumpft der (Imaginations-)Raum der Literatur und zu welchen Zeiten dehnt er sich aus? Untersuchen lässt sich mit denselben Mitteln aber auch die literarische Geographie eines einzelnen Autors, einer literaturgeschichtlichen Epoche, einer Sprachregion oder eines Genres.
Benutzt man solche quantitative Methoden, um einen so genannten literarischen Metaraum (eine Modellregion) oder eines der genannten Themen zu untersuchen, sieht man sich sehr bald vor ein Problem gestellt, das hier offensiv benannt werden soll: Es ist aus verschiedenen Gründen unmöglich, sämtliche Texte zu erfassen, die man beiziehen sollte. Das heisst: Das Textcorpus kann niemals vollständig sein, denn die Grundgesamtheit (so der statistische Fachausdruck) der Texte, die sich z. B. auf eine Modellregion beziehen, ist unbekannt. Das ist ein treffender Hinweis und fraglos eine gewisse Schwäche dieser Methode. Der angestrebte, stets unerreichbare Horizont ist Vollständigkeit. Dabei tragen „[s]ystematische Bemühungen, aber auch der freundliche Zufall“[14] zum Sammelresultat bei.[15] Der springende Punkt ist, dass niemand je in der Lage sein wird, eine komplette, komparatistisch angelegte Bibliographie zu einem ausgewählten Georaum-Ausschnitt zusammenzustellen.
Es gibt deshalb keine „richtige“ Auswahl, aber es gibt eine Reihe von Massnahmen, die zu einem durchaus brauchbaren Textcorpus führen. Aus der literaturgeographischen Untersuchung und literaturkartographischen Darstellung eines solchen (unvollständigen) Textcorpus lassen sich immerhin Tendenzen und Hypothesen ableiten, die wiederum als Ausgangspunkt für weiterführende Interpretationen dienen können. Entscheidend ist es, die Textauswahl begründen zu können. Ebenso entscheidend ist das Wissen darum, dass eine andere Akzentuierung der Auswahl unter Umständen auch zu anderen Karten hätte führen können. Schliesslich darf ein literaturgeographisches System explizit Korrekturen und Ergänzungen in der Textbasis zulassen, denn es versteht sich nicht als abgeschlossenes Verzeichnis.   Siehe auch Ausführungen im Abschnitt Textauswahl.


Schlussbemerkung
Diese Ausführungen verstehen sich insofern nicht nur als Plädoyer für einen äusserst lohnenden Ansatz, sondern generell auch für etwas mehr Spielfreude und Experimentiergenuss in der Literaturwissenschaft (in der Kartographie wird diese spielerische Seite der Forschung durchaus und mit Gewinn gepflegt). Dass man bei einem sich dynamisch entwickelnden Feld wie der Literaturkartographie zunächst auf mehr Probleme als Antworten stösst, ist nicht primär als Nachteil zu sehen, sondern als Herausforderung, als das, was Forschung in ihrem Kern ausmacht.    


[1] Zur Positionierung der Literaturgeographie mit Blick auf den Poststrukturalismus siehe B. Piatti, Geographie der Literatur, siehe Anm. 1, S. 25-32.
[2] Siehe Robert Stockhammer, Kartierung der Erde. Macht und Lust in Karten und Literatur, München 2007, S. 67-71.
[3] J. Döring, Distant Reading, siehe Anm. 2, S. 597.
[4] Christoph Jürgensen, Keine Ordnung. Nirgends. Überlegungen zur Großstadt im postmodernen Kriminalroman. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik  (2008), Nr. 149, S. 118-137, hier: S. 122.
[5] Ebd.
[6] Ebd., S. 128.
[7] Mark Monmonier, How to lie with maps, Chicago 1992, S. 1.
[8] J. Döring, Distant Reading, siehe Anm. 2, S. 620.
[9] A. von Ungern-Sternberg, „Erzählregionen“, siehe Anm. 7, S. 556. Noch ausführlicher geht Ungern-Sternberg auf dieses Problem in einem Aufsatz jüngeren Datums ein: Armin von Ungern-Sternberg, Dots, Lines, Areas and Words. Mapping Literature and Narration (With some Remarks on Kate Chopin’s „The Awakening“). In: William Cartwright/Georg Gartner/Antje Lehn (Hrsg.), Cartography and Art (Lecture Notes in Geoinformation and Cartography), Heidelberg 2009, S. 229-252.
[10] Dies dürfte der Grund sein, weshalb Franco Moretti (siehe Anm. 23) seine Hintergrundkarten fast ganz entleert und nur minimalste Informationen zur geographischen Orientierung miteinbezogen hat.
[11] F. Moretti, Graphs, Maps, Trees, siehe Anm. 12, S. 35.
[12] Thomas Rommel, Literary Studies. In: Susan Schreibman et al. (Hrsg.), A Companion to Digital Humanities. Oxford 2004, S. 88-96, hier: S. 88.
[13] Michael F. Goodchild, Imprecision and Spatial Uncertainty. In: Shashi Shekhar/Hui Xiong (Hrsg.), Encyclopedia of GIS, Heidelberg 2008, S. 480-483, hier: S. 480.
[14] Peter Brang, Die Schweiz in Gedichten der Slaven (zur Einführung). In: Peter Brang (Hrsg.), Landschaft und Lyrik. Die Schweiz in Gedichten der Slaven. Eine kommentierte Anthologie, Basel 1998, S. 17-68, hier: S. 17
[15] Es soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass bereits das Zusammentragen der Literatur für eine literaturgeographische Studie einer Modellregion als eigene Forschungsleistung zu betrachten ist. Natürlich darf eine solche Arbeitsbibliographie nicht als vollständige oder abgeschlossene deklariert werden. Die beste aller möglichen Welten für die Literaturkartographie ist eine, in der räumlich organisierte Bibliographien schon vorliegen würden, so dass dieser enorm arbeitsintensive erste Schritt übersprungen werden könnte.