Ein literarischer Atlas Europas

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Das zentrale Instrument zur Erforschung von Literaturgeographien besteht aus zwei Komponenten: aus einer Textdatenbank und auf darauf basierenden kartographischen Visualisierungen.


Textdatenbank

In der Datenbank werden literarische Werke von der Regional- bis zur Weltliteratur mit entsprechenden thematischen, temporalen und geographischen Attributen («Metadaten») versehen.

Der Ansatz ist ein quantitativer, denn pro Modellregion werden mehrere hundert Texte ausgewertet.

In einem nächsten Schritt können präzise Abfragen an die Datenbank gerichtet werden: Wo spielt der historische Roman im 19. Jahrhundert? Wann beginnen die Fiktionalisierungsprozesse einzelner Regionen? Wo befinden sich geschichtsgesättigte Zonen, die sich für historisierendes Erzählen anbieten, und wo geschichtsfreie Zonen?


Visualisierungen

Die Ergebnisse werden als Karten, Tabellen oder Diagramme angezeigt. Dabei werden keineswegs nur statische Ergebniskarten generiert. Die Abfrageparameter können jederzeit interaktiv dergestalt angepasst werden, dass neue Einsichten durch neuartige kartographische Visualisierungen gewonnen werden können. Auch ist es möglich, diachrone Entwicklungen aufzuzeigen, z. B. durch Animationen.


Kommentare, Interpretationen

Durch die Kombination von Datenbank und kartographischen Umsetzungen werden die  fiktionalen Räume sichtbar. Das neu generierte Kartenmaterial erlaubt dabei eine viel genauere, dichtere Beschreibung eines fiktionalisierten Raums und seiner Genese als bisher.
In einer letzten Phase interpretieren und kommentieren die Literaturhistoriker die kartographischen Darstellungen – und verfassen damit einzelne Musterkapitel einer räumlich strukturieren Literaturgeschichte Europas.

Letzte Aktualisierung 15.12.2006