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Piatti: Die Geographie der Literatur, Wallstein, 2008

Die Geographie der Literatur (Buch)

Barbara Piatti

Die Geographie der Literatur. Schauplätze, Handlungsräume, Raumphanasien

Die Studie ist die theoretisch-methodische Grundlage für den »Literarischen Atlas Europas« (2006 als Dissertation angenommen, 2008 im renommierten Wallstein-Verlag, Göttingen, erschienen).

Klappentext:
Wo spielt Literatur? Die vermeintlich simple Frage eröffnet ein erst in Ansätzen etabliertes Forschungsgebiet mit neuen methodischen Zugängen unter dem Stichwort »Literaturgeographie«.
Jede literarische Handlung ist irgendwo lokalisiert, wobei die Skala von gänzlich imaginären bis zu realistisch gezeichneten Schauplätzen mit hohem Wiedererkennungswert reicht. Die Literaturgeographie rückt die vielfältigen Bezugnahmen von Räumen der Fiktion auf den Realraum hin ins Zentrum der Aufmerksamkeit: Literatur weist eine spezifische Geographie auf, die ganz eigenen Regeln folgt. Denn fiktionale Räume sind niemals nur mimetische Abbilder der Realität, auch wenn sie sich auf existierende Landschaften und Städte beziehen. Vielmehr müssen die poetologischen Verfahren von Verfremdung, Überblendung, Neubenennung, die Kombinationsmöglichkeiten von realen Orten mit fiktiven Elementen in Visualisierungskonzepte und Deutungen der Textanalysen einfließen.
Diese Theorie findet zunächst Anwendung auf eine an literarischen Schauplätzen überreiche Modellregion: auf den Vierwaldstättersee und das Gotthardmassiv in der Zentralschweiz. Im Anschluss wird der methodische Horizont für einen Literaturatlas aufgespannt – und das Potenzial literatur geographischer Konzepte im Hinblick auf eine vergleichende europäische Literaturgeschichte aufgezeigt.
17 beigefügte vierfarbige Faltkarten ermöglichen die differenzierte Gegenüberstellung von fiktionalen und realen Landschaften.

Pressestimmen:

»Piattis Fernziel, das sie in einem Projekt der ETH Zürich verfolgt, wäre ein ›literarischer Atlas Europas‹: die Kartografierung der ›Songlines‹ eines ganzen Kontinents. Es ist, wie diese vorzügliche Modellstudie zeigt, keineswegs utopisch.«
(Manfred Koch, Neue Zürcher Zeitung, 22.1.2009)

»Literaturgeographie ist, wie Piattis kenntnisreiches und vorzüglich lesbares Grundlagenwerk zeigt, ein ungemein faszinierendes Forschungsgebiet, so vielfältig sind die Beziehungen zwischen Raum und Fiktion. Zwischen bloßer, letztlich austauschbarer Kulisse, die nach dem Readymade-Verfahren mit Hilfe von Toponymen abgerufen wird, und einem Schauplatz, der wie ein zusätzlicher Protagonist in die Handlung eingreift, besteht ein weites Spektrum.« (Oliver Pfohlmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.2.2009)

»Aufregend! Wissenschaft könnte gerne öfter so daherkommen.«
(Klaus Hübner, Schweizer Monatshefte, Oktober 2009)

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